Gesunder Egoismus

Selbstverwirklichung ist egoistisch und das ist positiv zu bewerten.

Egoistische Menschen leben das Leben, welches sie tatsächlich leben möchten. Sie fürchten sich nicht um ihr Ansehen und tun, was sie selbst für richtig halten und das schafft Zufriedenheit.
Die berufliche Karriere wird durch dieses Verhalten keinen Schaden erleiden – im Gegenteil. Menschen, die das tun, was sie selber für richtig halten verlieren keine Energie indem sie dem Erfolg permanent hinterherjagen, weil sie andere zufriedenstellen müssen.

Versuchen Sie, es immer allen recht zu machen? Dann geht es Ihnen vielleicht wie dem Vater mit seinem Sohn und dem Esel:

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte und der Vater sass auf dem Esel.
Der arme kleine Junge, sagte ein vorbeigehender Mann. Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?
Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.
Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft. Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen.
Ja, gibt es sowas, sagte eine alte Frau. So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!
Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?
Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. Egal, was wir machen, sagte er, es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten! Der Sohn nickte zustimmend.
Quelle: Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ von Nossrat Peseschkian

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Kommentare

  1. Liebe Frau Niffenegger,
    Ich hoffe dass es Ihnen gut geht und Ihre neue Stelle Ihren Wünschen entspricht.
    Ihr Artikel ist 1A, er ist genau so wie ich mich momentan fühle. Ich werde mir aber die Lehre daraus zu Herzen nehmen.
    Alles Liebe und Gute, Rita (momentan in den Ferien in Mallorca)