Leadership in Extremsituationen

Brigadier Daniel Moccand, Direktor der Militärakademie an der ETH Zürich (MILAK), begrüsste am 12. September 2015 rund 300 Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Forschung und Lehre sowie Armee zur Herbsttagung. In verschiedenen Vorträgen von Experten aus Wissenschaft und Praxis wurden unterschiedliche Dimensionen im Hinblick auf Leadership in Extremsituationen thematisiert. Herbsttagung MILAK

Prof. Dr. Benedikt Weibel, Honorarprofessor der Universität in Bern und früherer CEO der SBB, betrachtete «Leadership in Extremsituationen, Krisen und aussergewöhnlichen Situationen» aus dem Blickwinkel der Leadership-Forschung. Daniel Weder, CEO der Schweizer Flugsicherung „Skyguide“, schilderte Problemlösungs-strategien und Handlungspraktiken aus Sicht einer erfahrenen Führungsperson. Auf die Chancen und Möglichkeiten einer Vorbereitung ging Prof. Dr. med. Edouard Battegay, Direktor Klinik und Poliklinik für Innere Medizin des Universitätsspital Zürich, ein.

Unter dem Aspekt «Teamführung in Extremsituationen» vertieften Oberst i. G. Axel Schneider, Generalstabsoffizier der deutschen Bundeswehr und ehemalige Geisel im OSZE-Missionsteam in der Ukraine, Dr. med. Enrique Steiger, Facharzt FMH Allgemeine Chirurgie und Kriegschirurg bei humanitären Missionen für das IKRK und die UNO in Krisengebieten, sowie Prof. Dr. Joseph Soeters, Dozent an der Tilburg Universität und niederländischen Militärakademie die Frage, wie ein Team unter extremen Belastungen, in besonderen Krisensituationen und ausserge-wöhnlichen Lagen erfolgreich geführt werden kann. Quelle

Nach diesen eindrücklichen Referaten und Bildern blieb ich dem Apéro fern denn ich musste diese Eindrücke zuerst einmal verdauen.

Folgende Gedanken werden mich künftig begleiten und habe ich mit nach hause genommen.

Handlungspraktiken für eine erfolgreiche Problemlösung:

  • Orientierung am „worst case“
  • Kriseninfrastruktur und Krisenprozesse müssen im Alltag aufgestellt sein und genutzt werden
  • Verträge und Koordination mit Partnern = essentiell!
  • Die ersten Stunden sind entscheidend
  • Kommunikationslead muss definiert sein
  • Üben, üben, üben

Anforderungen an eine Führungskraft:

  • Stressbeständigkeit
  • Spannkraft
  • Can-do-Mentalität
  • Direktives Verhalten
  • Vorbereitung & Kompetenz schaffen Glaubwürdigkeit und Vertrauen

Führung:

  • ist definiert durch Sinnfrage, Motivation und Werte
  • ist beeinflusst durch den Kontext, Zeitdruck & Informationsmangel
  • Führungsstil muss dem Kontext angepasst sein
  • muss beachten, dass: Krise = reduzierte Mittel
  • beinhaltet den Umgang mit Fehlentscheiden und Konsequenzen

Leadership and learning are indispensable to each other (John F. Kennedy, 1963)

 

 

 

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Kommentare

  1. Danke für den Beitrag.

    Der essenzielle Erkenntnissatz darin ist für mich:
    <>

    Die Klasse an Jungerwachsenen und mir starteten den ersten Abend zur Mitarbeiterführung. Schier alle wollten irgendwie „führen“, sonst wären sie ja nicht in der Ausbildung.

    In der zweiten Abendhälfte liess ich Gruppen jeweils ein Firmenfest mit Budget organisieren bis hin zur Durchführung und Ehrung von 6 erfolgreichen LehrabsolventInnen.

    Als die Präsentationen vorbei waren, ergänzte ich die Situation mit der Information, dass der Moment für die Ehrungen gekommen seien und die Gruppenleiter eben übers Mobile erfahren, dass einer der Lehrlinge auf der Fahrt zum Festanlass von einem Lastwagen zu Tode gefahren worden sei.

    Ich bat die Gruppen, die nächste 1 h zu organisieren.

    Das Resultat aller vier Gruppen genügte zu maximal 40% – den Rest konnten sie sich nicht vorstellen oder hatten sie im Stress vergessen.

    Ort: HSO-Schulen Zürich
    Lehrgang: Techn. Kaufmann / -frau mit eidg. FA
    Durschnittsalter der TN: ca. 25 Jahre
    Zeitraum: vor 10 Jahren

    Der einzige ‚Ort‘, wo ich noch Krisenkommunikation lernte, war im Fach ‚PR‘ als damaliger Marketingplaner. Das Fach wurde zugunsten der ‚Integralen Kommunikation‘ gestrichen.

    Aber als Pfadfinder lernte ich, dass einer auf der Bahre ausm Lager zurückkehrt. Und als Koch lernte ich, dass ein Laib (Unfallreh) blutet.

    Go ahead.

  2. Der essenzielle Satz oben ist wegen der <-Zeichen verschwunden. Ich meinte diesen:

    Nach diesen eindrücklichen Referaten und Bildern blieb ich dem Apéro fern den ich musste diese Eindrücke zuerst einmal verdauen.

    BG, JJ

    • Ich bedanke mich für die Beschreibung der „Übungssituation“ Ihrer ehemaligen Studenten. Ich vertrete die Meinung, dass praxisnahe Schulungen im Kontext von Krisenprävention und Krisentraining vernachlässigt werden. Krisen können uns überall und jederzeit treffen. Im Falle einer Krise braucht es aber eine ausreichende Anzahl an Menschen, die darauf reagieren können und Ordnung ins Chaos bringen.

      Ich bleibe dran und versuche mich kontinuierlich weiterzuentwickeln sowie den Dialog zu diesem Thema zu fördern.