9. SWONET Business & Network Day 2017

CAPTAIN FUTURE – (K)EINE FRAU?

Digitaler Fortschritt im Clinch mit alten Denkmustern

Am 10. März hat die Stiftung SWONET ihren jährlichen Business & Network Day (BND) durchgeführt. Ein Weiterbildungs- und Netzwerkanlass mit Fokus auf die Frauenförderung. 300 Frauen haben sich im Campussaal der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg Windisch eingefunden. Das Motto der Veranstaltung: CAPTAIN FUTURE – (K)EINE FRAU? Digitaler Fortschritt im Clinch mit alten Denkmustern. Weiterbildung in Workshops, angeregte Podiumsgespräche und Netzwerken waren der Programminhalt für die nächsten Stunden und der Rahmen zur Beantwortung der folgenden Fragen:

  • Woran liegt es, dass alte Denkmuster immer noch so stark vorherrschen?
  • Welche Möglichkeiten haben wir, um wirksam dagegen vorzugehen?
  • Was bedeutet die Welt 4.0 für die Frauen: Bietet sie neue Chancen? Wo birgt sie Risiken?

Meine Einstimmung, als Moderatorin von SWONET Bern, begann schon einige Wochen vor dem Anlass. Am Rande war auch ich in die Eventplanung integriert. Ich durfte miterleben wie eine Eventplanung richtig angegangen wird und dafür danke ich Petra Rohner und Judith Niederberger sehr herzlich.

Ich traf am 10. März um 10.00 Uhr ein und half mit, die letzten Vorbereitungen des Tages durchzuführen. Es war eine Freude in diesem tollen Moderatorinnen-Team in den Tag zu starten und die Helfer und Helferinnen kennenzulernen.

Nach dem Willkommenskaffe startete der Anlass pünktlich mit der Begrüssung durch Mona Vetsch und durch Petra Rohner. Mona Vetsch freute sich, dass so viele Frauen an diesem Tag in sich selber investieren würden; in ihren Return On Investment (ROI). Petra Rohner äusserte sich zu ihrem erlangten Bewusstsein eine mächtige Frau zu sein. Sie kann heute auf die Hilfe und die Unterstützung ihres Netzwerks zählen.

SWONET Stiftungspräsidentin Corina Eichenberger richtete ihre Grussworte an die Frauen. Das Beziehungsnetz SWONET insbesondere das Knüpfen und das Profitieren aus dem engmaschigen Netzwerk erläuterte Sie mit dem Bild des Wollknäuels.

Im Anschluss starteten die einstündigen Impuls-Workshops. In der ersten Stunde besuchte ich den Workshop „I AM THE MASTER OF MY MOBILE COCKPIT – Der vernetzte Arbeitsplatz – das kompakte Büro in der Cloud“ bei Thomas Wickart. Ich erfuhr mit welchen Werkzeugen das Büro zu 97% papierlos gestaltet werden kann. Gleichzeitig habe ich aber auch mitgenommen, dass „offline-Beziehungen“ zwingend gepflegt werden müssen denn Geschäfte werden nicht online geschlossen.

Thomas ist ein digitaler Nomade – die Welt ist sein Arbeitsplatz. Zudem ist er ein leidenschaftlicher Netzwerker mit hoher Präsenz auf vielen verschiedenen Social-Media-Plattformen und verbindet mit grosser Freude Menschen miteinander.  Diese Leidenschaft teilen wir und ich wollte @kupfi schon länger einmal persönlich kennenlernen.

Auch der nächste Workshop „BE A STORY TELLER“ bei Ancilla Schmidhauser bot mir einige Highlights. Auch Ancilla kannte ich bis zu diesem Tag nur als „online-Kontakt“. Ich bekam durch den Workshop die Gelegenheit nun auch den „offline-Kontakt“ herzustellen und habe jetzt die Chance mehr daraus werden zu lassen.

Trotz Digitalisierung ist ein prägnanter Auftritt wichtiger denn je, was Ancillia uns auf eindrückliche Art und Weise veranschaulichte. Es geht darum die Wahrheit in eine Geschichte zu verpacken denn sie macht in der heutigen Welt den Unterschied. ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) sind zu wenig interessant, um in Erinnerung zu bleiben. Was machte eine gute Geschichtenerzählerin aus? Sie kann zuhören und Fragen stellen!

KEY MESSAGES aller Workshops:

GIRLS, GO FOR THE DRIVER SEAT: Damit Frau mit Beruf und Familie glücklich sein kann muss sie wissen, was sie will – das ist die Voraussetzung.

LADIES, LET’S FORCE FLEXTIME MODELS: Die Vorteile für die entsprechenden Modelle muss Frau aufzeigen können; Vor- und Nachteile müssen abgewogen werden. Frauen müssen suchen, wollen und einfordern.

I AM THE MASTER OF MY MOBILE COCKPIT: Die Möglichkeiten der digitalen Welt sind unendlich – die Beziehungspflege findet offline statt.

BE A STORY TELLER: Trotz Digitalisierung ist ein prägnanter Auftritt wichtiger denn je – Oberflächlichkeit ist der falsche Ansatz denn es geht um den Kern der Geschichte und das bedingt Tiefgründigkeit.

MEET THE GENERATIONS Y AND Z: Die Generationen Y und Z sind am Start – Fake kommt nicht an; Echtheit (Werte & Emotionen) zählt.

PERSONAL BUDGETING: Die Digitalisierung der Finanzbranche sorgt für Gesprächsstoff – Wissen ist Macht. Geld -> darüber muss Frau Bescheid wissen – dieses Wissen ist nicht delegierbar.

SELF-DEFENSE NOW!: Selbstverteidigung mit Kopf, Herz und Hand – nicht Gegendruck sondern Leichtigkeit und Gelassenheit sind die Lösung; in der Ruhe liegt die Kraft.

TASTE & FLAVOR OF WINES: Weine professionell degustieren und beurteilen – Wein kann man visuell darstellen; Heimat zeichnet sich im Wein.

GENERATIONEN-TALK: Austausch mit jungen Frauen – Verbände müssen ihren Nutzen klarer veranschaulichen, Digitalisierung muss gestärkt werden, strenge Präsenzzeiten sind unbeliebt, Vorbilder und Brückenbauerinnen fehlen.

Im Abendprogramm präsentierte Petra Rohner das Finanzportal ALLIN1, welches die Kompetenz von Frauen in Finanzthemen fördern will.

Mona Vetsch interviewte im Anschluss die Gäste Mirjam Staub-Bisang, CEO und Investment Expertin, Gudrun Sander, Professorin an der Uni SG und Initiantin des Programms „Women Back to Business“, Rolf Cavalli, Chef Digitale Medien der AZ Nordwestschweiz und Carole Ackermann, CEO und Business Angel und moderierte die anschliessende Podiumsdiskussion.

Mona Vetsch vermochte mich als Moderatorin zu begeistern. Durch ihre charmante und etwas freche Art führte sie unterhaltsam durch die Tagung, die finalen Interviews und die Podiumsdiskussion. Mir sind einige Aussagen ganz besonders in Erinnerung geblieben:

Gudrun Sander: Teilzeitarbeit wirkt sich negativ auf die Karriere aus. Dies schon bei einer Pensumssreduktion auf 80% trotz Überzeit von 50% . Das ausgesendete Signal „andere Dinge als der Beruf sind im Leben auch noch wichtig“ wird negativ gewertet und ist der Karriere abträglich.

Rolf Cavalli: Der technologische Wandel überfordert die Menschen denn es geht allen zu schnell. Wir müssen uns an die konstante Veränderung gewöhnen und Freude daran bekommen.

Facebook ist ein weibliches Portal. Es ist die erste Plattform in der sich mehr Frauen als Männer aktiv bewegen.

Carole Ackermann: Männer sind selbstsicherer, trauen sich mehr zu, nehmen Risiken lockerer und schauen die Welt blumiger an als Frauen.

Mirjam Staub-Bisang: Männer nehmen sich für das Networking und die Politik mehr Zeit und führen dies geplant durch. Empfehlungen sind in der heutigen Zeit sehr wichtig. Frauen müssen zwingend vorausplanen und sollen sich nicht zu sehr auf ihre Partner verlassen (die Scheidungsrate liegt heute bei 50%).

Hat mir diese Tagung geholfen die einleitenden Fragen zu beantworten?

  • Woran liegt es, dass alte Denkmuster immer noch so stark vorherrschen?
  • Welche Möglichkeiten haben wir, um wirksam dagegen vorzugehen?
  • Was bedeutet die Welt 4.0 für die Frauen: Bietet sie neue Chancen? Wo birgt sie Risiken?

Nein, das kann ich nicht behaupten. Mir wurde an diesem Tag klar, wie unterschiedlich wir Frauen tatsächlich sind. Ich habe von der Möglichkeit profitiert die unterschiedlichsten Denkweisen kennenzulernen und diese mit verschiedenen Frauen zu diskutieren. Ich kann mich selber nicht in eine bestimmte „Frauenkategorie“ einordnen. Durch die vielen Denkanstösse, welche ich erhalten habe bin ich in der Lage mein Verhalten zu reflektieren und wohlmöglich ein paar Dinge zu verändern.

Zusammenfassend gibt es einen Grund, warum Frau den Business & Netwok Day einfach besuchen muss? Mona Vetsch hat es den ROI genannt – sie geht intelligenter nach Hause.

Wir sehen uns im nächsten Jahr am 9. März 2018   im CAMPUSSAAL Kultur + Kongresse Brugg Windisch zum

10-Jahr-Jubiläum SWONET Business & Network Day

 

«I HAVE A DREAM»

       … Frauen kommen überall hin!

 

 

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