Den Urlaub geniessen

Nun beginnt sie langsam wieder – die Urlaubszeit. Die wohlverdienten Ferien sollen der Erholung und der Entspannung dienen. Wie stellt sich die gewünschte Harmonie und Ruhe aber tatsächlich ein?

Urlaub scheint für einige Menschen eine schwierige Disziplin geworden zu sein. Wie ich während meinem letzten Kurzurlaub beobachten konnte. Schon während meiner Hinreise konnte ich bei einigen Mitreisenden sehen und hören wie anstrengend das Reisen sein kann denn die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder waren offensichtlich.

Es ist Jahre her seit ich den letzten schlechten Urlaub erlebt habe. Warum das so ist? Hier einige Gedanken dazu.

Ich habe vor einigen Jahren erkannt, dass ich nur noch mit Menschen in den Urlaub fahre mit denen ich mich sehr gut verstehe oder dann halt einfach alleine verreise. Im Reisen bin ich sehr egoistisch denn ich will keine Kompromisse eingehen sondern das tun, was mir Spass macht und mir Freude bereitet. Gemeinsam reisen heisst für mich auch nicht, aneinander zu kleben. Ich schätze es durchaus, halbe Tage lang getrennte Wege zu gehen. Am Ende des Tages hat man sich umso mehr zu erzählen. Einmal im Jahr gönne ich mir auch meine kleine Ego-Reise. Ich packe den Fotoapparat ein und mache mich für eine Woche auf Entdeckungsreise.

Die Reiseplanung und das Kofferpacken sind keine Disziplinen, welche ich schätze. Aus diesem Grund verbringe ich meine Kurzurlaube eher im Inland oder im nahen Ausland. Ich kenne die Kultur im Reiseziel und muss mich nicht noch mit ärztlichen Vorbereitungen und dem Zusammensuchen von „Formalien“ für meinen Urlaub quälen. Die Vorbereitungszeit und die eigentliche Hin- und Rückreisezeit halte ich dadurch auf einem Minimum. Solange ich kann verreise ich auch nicht in der Hauptsaison denn zu diesem Zeitpunkt ist es auch in der Schweiz sehr schön. Zudem ist das die angenehmste und effizienteste Arbeitszeit, da die Kollegen ja alle im Urlaub sind.

Viele haben eine Vorstellung vom perfekten Urlaub. Davon habe ich mich verabschiedet. Die Prospekte der Reiseanbieter sehen immer alle sehr gut aus aber das heisst noch lange nicht, dass man vorfindet, was auf Bildern versprochen wurde. Ich schaue mir im Vorfeld immer die Hotelbewertungen an und wenn diese einigermassen gut sind dann lasse ich mich auf das Abenteuer ein und steigere mich nicht in das Bild vom perfekten Urlaubsort hinein. Ich nehme jede Reise als eine Gelegenheit wahr, die Umgebung zu erkunden, Neues zu entdecken und auszuprobieren, frischen Wind in meine Gewohnheiten und Routinen zu bringen.

Ich muss nicht jede Sehenswürdigkeit, jedes Museum und jedes Restaurant der Umgebung gesehen haben. Ich setze mir Prioritäten und gebe mich damit zufrieden. Zudem bietet mir der Urlaub die Gelegenheit auch Dinge zu tun, für die ich zu Hause wenig Zeit habe. Beispielsweise ein Buch lesen oder auch einmal eine Fernsehsendung anschauen.

Das Schwierigste für mich ist zugegebenermassen aber auch den Abstand zur Arbeit sicherzustellen und nicht in Versuchung zu geraten während meinem Urlaub zu arbeiten. Ich plane meine Urlaubszeiten aus diesem Grund zum Jahresbeginn und suche nach geeigneten Zeitpunkten für meine Reisen. Ich erinnere meinen Chef und meine Kollegen an meine anstehende Reise und schliesse alle zeitkritischen Projekte ab, bevor ich losfahre. Ich setze meine Stellvertretung ein und schenke ihr das Vertrauen. Eine Abwesenheits-E-Mail informiert mein berufliches Umfeld über meine Abwesenheit.

Meine nächste Reise – eine Rheinfahrt nach Amsterdam – ausserhalb der Hauptsaison.

Ich wünsche allen eine schöne und erholsame Ferienzeit.

Merken

Schreibe einen Kommentar

Angaben mit * sind erforderlich

Keine Reaktionen

Hier sind noch keine Reaktionen. Schreibe die Erste!