Die ersten 10 Tage mit dem Baby

 

Vor der Geburt und nach der Geburt – ein Rückblick auf die letzten 18 Tage.

Am 29.12.18 wurde ich bei der Schwangerschaftskontrolle darüber informiert, dass die Geburt eingeleitet wird (Grund: Schwangerschaftsdiabetes). Ich war auf diese „Konsequenz“ nicht vorbereitet und wurde schlagartig wahnsinnig nervös. Ich habe den Standardfehler gemacht und habe mich im Internet über die Einleitung einer Geburt informiert. Mit der Konsequenz, dass ich immer nervöser wurde, da ich nur Negativmeldungen und Schreckensszenarien gelesen habe. Ich las von Komplikationen für das Baby, von schlimmen Geburtsschmerzen, vom fehlenden Geburtserlebnis usw. Ich habe versucht mich mit allem möglichem abzulenken, was nicht funktioniert hat. Schlussendlich habe ich den Telefonhörer in die Hand genommen und habe die Hebammenzentrale des Spitals angerufen. Die Hebamme am Telefon hat sich Zeit für mich genommen und hat mir noch einmal sehr ausführlich erläutert warum die Geburt eingeleitet würde. Die Hinweise darauf, dass diese Eingriffe meistens gut verlaufen würden und sich die zufriedenen Frauen eher nicht öffentlich äussern haben mich dann einigermassen beruhigt und ich habe mich auf ein Abenteuer eingestellt.

Am 4. Dezember war mein Spitalkoffer gepackt und ich trat um 20.00 Uhr das Abenteuer an.  Am 5. Januar um 05.30 Uhr hat unsere Tochter das Licht der Welt erblickt. Diese 9.5 Stunden werden mir für immer und ewig als positives Erlebnis in Erinnerung bleiben und ich möchte keine einzige Minute davon missen.

Unsere Tochter wurde mir nach der Geburt sofort auf den Bauch gelegt und wir hatten Zeit uns zu beschnuppern und uns von den ersten gemeinsamen Strapazen zu erholen. Wir verbrachten zusammen 5 Tage im Spital. Ich bin den Hebammen sehr dankbar für ihre Unterstützung in den ersten Tagen. Es war eine gute Entscheidung von mir die ersten 5 Tage im Spital zu verbringen und nicht so rasch wie möglich nach Hause zu gehen. Ich konnte diese Zeit nutzen, um möglichst viele Fragen zu stellen und mir alles zeigen zu lassen, was mir als wichtig erschien. Am Tag der Abreise hatte ich ein gutes Gefühl und war mir sicher, dass alles gut gehen würde. Auch meine Müdigkeit hielt sich in Grenzen. Das lag sicher an den Hormonen aber auch an meinem bewussten Entscheid nur den engsten Familienkreis im Spital zu empfangen. Ich wollte meine Energie nicht für Verwandte, Freunde und Bekannte ausgeben, die mich auch zu Hause besuchen können und jetzt natürlich herzlich willkommen sind.

Kaum zu glauben, dass die kleine Prinzessin nun schon den 10 Tagen bei uns ist. Sie bestimmt den Ablauf unseres Alltags denn dieser richtet sich nach ihren Hunger- und Schlafbedürfnissen. Ihre Wachphase hat sie aktuell am frühen Morgen. Mami und Papi würden zu dieser Uhrzeit gerne schlafen aber das lässt sie nicht zu. Klar ist das anstrengend. Gleichzeitig ist es wunderbar denn ich ändere nach Jahren meine Gewohnheiten, verlasse meine Komfortzone und lerne mich selber neu kennen. Zudem werde ich durch meinen Mann besser unterstützt wie ich gewünscht und erwartet habe. Er ist ein wunderbarer Papi, der sich nicht nur liebevoll um seine Tochter sondern auch um seine Frau kümmert. Ich lasse ihn machen wie er möchte und vertraue ihm zu 100%. In Momenten in denen er sich um seine Tochter kümmert kann ich mich erholen denn ich kann ihn machen lassen. Ich kann das Baby nicht besser betreuen als er.

Das Jahr 2018 wird spannend und herausfordernd und ich freue mich darauf!

 

Meine Erkenntnisse aus den letzten Tagen – mein Tipps für werdende Mütter:

  • Lasst Euch durch negative Erzählungen und Beiträge nicht verrückt machen denn die guten Erlebnisse werden viel weniger oft erzählt.
  • Denkt positiv an die bevorstehende Geburt. Sie ist ein Abenteuer – euer persönliches Abenteuer; es ist einzigartig.
  • Die Zeit im Spital soll heilig sein. Handelt in erster Linie egoistisch. Was braucht ihr als frischgebackene Mutter und was ist das Beste für das Baby? Da spielen die Anliegen von Familienangehörigen, Verwandten und Bekannten keine Rolle.
  • Der Papi darf von der ersten Sekunde an Papi sein. Schenkt eurem Mann das Vertrauen. Wenn er seine Aufgabe als Vater wahrnehmen darf und kann dann seid ihr von Beginn an entlastet.
  • Schlaf wird zum Luxusgut aber auch hier gilt es gelassen zu bleiben. Die Babyzeit geht schnell vorbei. Findet Gefallen daran euch selber neu kennenzulernen.

Schreibe einen Kommentar

Angaben mit * sind erforderlich

Keine Reaktionen

Hier sind noch keine Reaktionen. Schreibe die Erste!